Unser erstes Ziel am frühen Morgen war die Innenstadt von Vlora, einer Hafenstadt in Südalbanien an der Straße von Otranto, der Meerenge am Übergang zwischen Adria und Ionischem Meer. Mit 66.000 Einwohnern (Volkszählung 2023) ist sie die fünftgrößte Stadt des Landes. Die Stadt ist mittlerweile ein beliebtes Touristenziel, hat aber auch für die albanische Bevölkerung eine wichtige Bedeutung. Am 28. November 1912 erklärte sich Albanien in Vlora vom Osmanischen Reich für unabhängig und für eine kurze Zeit war Vlora die Hauptstadt des neuen Staats. Sichtbares Zeichen hierfür ist das Denkmal in der Innenstadt.

Nach einem kleinen Stadtbummel und einer Kaffeepause war unser nächstes Ziel Apollonia, eine Ruinenstätte in Mittelalbanien beim Dorf Pojan. Die Stadt Apollonia wurde 588 v. Chr. im Zuge der griechischen Kolonisation als dorische Kolonie von Korfu unter Beteiligung von Siedlern aus Korinth gegründet. Später fiel sie unter römische Herrschaft. Fast tausend Jahre war Apollonia ein wichtiges städtisches Zentrum im epirotischen Raum. Sie ist nach dem Gott Apollon benannt. Zunächst besuchten wir das Museum von Apollonia.

Danach machten wir noch einen Abstecher in die Byzantinischen Abtei von Pojan, die sich auf dem Museumsgelände befindet. Die Abtei ist eine orthodoxe Kirche und Klosteranlage.

Im Inneren fanden wir eine beeindruckende Ikonostase, eine Wand aus Ikonen und religiösen Gemälden, die das Kirchenschiff vom Altarraum trennt. Sie ist ein zentrales Element in orthodoxen Kirchen und dient als visuelle Darstellung von Glaubensinhalten und als Trennung zwischen dem Bereich der Gläubigen und dem Heiligen Altarraum.

Danach besuchten wir die Ausgrabung von Apollonia. Die Stadt wurde 588 v. Chr. von dorischen Siedlern aus Korfu und Korinth auf einem Hügel etwa einen Kilometer nördlich des Flusses Vjosa gegründet, der nach wenigen Kilometern ins Adriatische Meer mündet und in der Antike bis zur Stadt hinauf schiffbar war.

Apollonia ist die größte und wichtigste der 30 Städte der ganzen antiken Welt, die zu Ehren des Gottes Apollon benannt wurden. Sie war eines der größten städtischen Zentren Illyriens und beherbergte eine Vielzahl an Profan- und Sakralbauten, große Wohngebiete, mächtige Befestigungsanlagen und viele befestigte Straßen. Die Befestigungswälle umschließen auf vier Kilometern Länge eine Fläche von 137 Hektar. Es wird geschätzt, dass innerhalb der Stadtmauern eine Bevölkerung von etwa 60.000 Menschen lebte. Das nächste Bild zeigt das restaurierte Monument der Agonotheten, Bestandteil des Buleuterion, dem Versammlungsraum der Bule, des Rates der Stadt.

Gegenüber befindet sich das Odeon. Es diente sowohl für musikalische und kulturelle Veranstaltungen als auch für politische Treffen. Das Innere ähnelt einem Theater. Es gibt 16 Sitzreihen und bietet Sitzplätze für 300 Personen. 299 Personen konnten heute gerade nicht, so hatte Astrid ausreichend Platz.

Wir verließen Apollonia und fuhren nach Berat weiter. Unser Reiseleiter Altin erklärte uns, dass wir, um ins Hotel zu kommen, viele Stufen überwinden müssten, da es am oberen Ende einer steilen Straße liegt. Unser Problem bestand aber zunächst daraus, dass die Zufahrtsstraße an sich gesperrt war. Unser Fahrer Adriatik kurvte ausgiebig herum und fand schließlich einen Weg zum Hotel. Wir bekamen dann Hilfe vom Hotel beim Koffer tragen und bezogen unsere Zimmer. Nach einer kurzen Pause fuhren wir zur Burg von Berat und stiegen hinauf. Der Ausflug zur Burg hinauf war eigentlich für den morgigen Vormittag vorgesehen. Heute sollten wir nur dort hinauf laufen um in einem Lokal in der Burg gemeinsam zu Abend zu essen. Unser Reiseleiter hielt es für zu aufwendig, die steile Straße zur Burg zweimal hoch und runter zu laufen. Also erledigten wir die Besichtigung und das Abendessen bei einem Besuch.

Die Gipfelburg – eigentlich eine befestigte Stadt – wurde auf einem felsigen Hügel der sich fast 200 Meter über die Stadt erhebt, am rechten Ufer des Flusses Osum errichtet. Der Hügel mit einem nach Norden abfallenden Plateau fällt vor allem im Süden und Westen steil zum Fluss ab. Dadurch hatten wir von dort oben eine gute Sicht auf Berat.

Die heutige Befestigung stammt hauptsächlich aus dem 13. Jahrhundert. Sie umfasst eine Zitadelle, Wohnhäuser und viele byzantinische Kirchen und osmanische Moscheen. Die Anlage ist dicht bebaut, zu einem guten Teil mit Wohnhäusern. Dazwischen führen verwinkelte Gassen durch die Häuser.

Die Rote Moschee wurde im 15. Jahrhundert erbaut und zählte zu den ältesten Moscheen des Landes. Sie wurde vermutlich schon kurz nach der Eroberung Berats durch die Osmanen im Jahr 1417 erbaut. Die älteste schriftliche Erwähnung stammt von 1431/32. Das nächste Bild zeigt Minarett und Grundmauern der Roten Moschee.

Wir besuchten auch das Museum der Ikonographie „Onufri“, das sich innerhalb der Kathedrale Maria Himmelfahrt befindet. Es trägt den Namen des berühmten Ikonenmalers Onufri. Auch hier war die Ikonostase wieder beindruckend.

Die Ikonostase war durch ein Band abgesperrt, aber an anderen Wänden ausgestellten Ikonenmalereien waren frei zugänglich und hingen ungeschützt an den Wänden. Ich hätte sie anfassen können. Für mich als Betrachter war diese Art auszustellen außergewöhnlich, weil ansonsten Abstandsbänder und Sicherheitsglas in Museen schon zur notwendigen Gewohnheit geworden sind.

Zum Abschluss der Besichtigung noch ein Blick auf die Byzantinische Hl.-Dreieinigkeitskirche Die Kirche wurde zwischen der äußeren Festungsmauer und den Mauern der Zitadelle hoch über dem Tal des Osum im 13 Jhdt. erbaut. Von außen fällt die Cloisonné Technik auf, mit der die Mauern abwechselnd mit Kalkstein und Ziegel erbaut wurden um eine Ornamentik zu erzielen.

Danach gingen wir zum Abendessen in ein Restaurant innerhalb der Burganlage.
Am nächsten Morgen hatte sich das Wetter leider geändert. Es war kühler geworden und regnete. Das Fotomotiv im Vordergrund fand das Wetter offensichtlich auch unterdurchschnittlich.

Wir besuchten kurz die Königsmoschee {oder auch Sultanmoschee), ein bedeutendes historisches Bauwerk in Berat. Seit 1948 zählt sie zu den Kulturdenkmälern Albaniens. Die Moschee wurde 1492 vom osmanischen Sultan Bayezid II. errichtet, daher auch der Name. Ihr heutiges Aussehen erhielt sie im 18. Jahrhundert.

Die Königsmoschee steht im Stadtteil Mangalem neben der Karawanserei aus dem 17. Jahrhundert und der Helveti-Tekke aus dem 18. Jahrhundert. Die Moschee besteht aus dem Minarett und dem viereckigen Hauptgebäude, worin der große Betsaal untergebracht ist.

Dann gingen wir bei leichtem Nieselregen durch die engen Gassen. Astrid war wieder wetterangemessen verhüllt.

Berat steht unter besonderem Schutz: In drei Stadtteilen mit den typischen historischen weißen Häusern sind Neubauten verboten. Insbesondere dank dieser drei kompakten Altstadt-Quartiere Mangalem, Gorica und Kalaja (deutsch: Burg) und der vielen Moscheen und Kirchen gilt Berat als eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Landes. Berat wird „die Stadt der tausend Fenster“ genannt und wurde 1961 offiziell zur Museumsstadt ernannt und 2008 UNESCO-Welterbe. Woher dieser Name kommt, wird auf dem nächsten Bild deutlich.

Bald darauf endete unser Besuch in Berat und wir fuhren weiter nach Durrës, einer Hafenstadt an der Adria, westlich der Hauptstadt Tirana. Ein Wahrzeichen der Stadt ist das riesige römische Amphitheater. Wir hatten Zeit und schlenderten hin. Es bot bei seiner Erbauung im 2. Jahrhundert Platz für mindestens 16.000, aber vielleicht sogar 23.000 Zuschauer und ist damit das größte römische Amphitheater der Balkanhalbinsel.

Dieser Tag endete mit etwas Freizeit am Meer, bevor wir unser Hotel für die letzten beiden Tage bezogen.

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