Auf den Spuren der Kulturen

July 20, 2025

Am nächsten Morgen erwartete uns - bei gleicher Aussicht aus dem Zimmer - ein blauer Himmel, und die Sonne, die gestern noch gegenüber am Horizont leuchtete, wurde heute Morgen auf der anderen Seite gebraucht.

Unser Tagesprogramm sah heute einen Besuch in Butrint, einer Ruinenstadt im Süden Albaniens, vor. Auf dem Weg zu diesem UNESCO-Weltkulturerbe machten wir einen kurzen fotografischen Stopp an der Küste, wie geschaffen für eine Panorama-Aufnahme.

Angekommen in Butrint gingen wir in die Ausgrabung. 1928 erschien erstmals auf Griechisch eine Geschichte der antiken und mittelalterlichen Stadt, doch noch ohne jede archäologische Grundlage. Im selben Jahr begann der italienische Archäologe Luigi Maria Ugolini mit der Erforschung der Ruinen von Butrint. Ein Baptisterium aus dem frühen 6. Jahrhundert wurde freigelegt. Das folgende Bild zeigt es.

Durch den Tod von zwei Ausgrabungsleitern kam die Ausgrabung zum Erliegen, wurde mehrfach wieder aufgenommen und erst Anfang der 90`er Jahre ernsthaft fortgesetzt. Im Jahr 1992 wurden die Ruinen und ihr Umland von der UNESCO auf die Liste des Weltkulturerbes gesetzt. Während des Weges durch die Ausgrabung in kleinen Schritten ist Zeit für einen geschichtlichen Rückblick in großen Schritten. In Butrint hinterließen zahlreiche Kulturen ihre Spuren. Ursprünglich war Butrint eine epirotische Stadt; die Bevölkerung bestand aus Illyrern und Griechen. Sie war einer der Hauptorte der Chaonier, einem der drei großen epirotischen Stämme. Die ältesten Funde stammen aus der Zeit vom 10. bis zum 8. Jahrhundert v. Chr.

228 v. Chr. wurde Butrint zusammen mit Korfu römisches Protektorat, doch erst ab 167 v. Chr. nahm der römische Einfluss zu und wurde schließlich dominierend. Doch bis weit in die Kaiserzeit konnte Butrint mit seiner Umgebung eine gewisse Eigenständigkeit bewahren, die in Form eines Koinons (eine frühe Form der föderativen politischen Organisation) bestand.146 v. Chr. kam Butrint zur neu eingerichteten Provinz Macedonia.

Mit der Christianisierung wurde Butrint im 4. Jahrhundert Sitz eines Bischofs. Die Plünderzüge während der Völkerwanderungszeit überstand Butrint wegen seiner geschützten Lage auf einer Halbinsel unbeschadet. Nach einer neuerlichen Blütezeit unter der Herrschaft des Byzantinischen Reiches begann ein langer Niedergang, als Slawen im 8. Jahrhundert auch nach Epirus vordrangen. Im 11. und 12. Jahrhundert litt die Stadt unter den Kriegszügen der süditalienischen Normannen, die auf der Balkanhalbinsel versuchten, Fuß zu fassen. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde Butrint als Mitgift der Helena Angelina Dukaina aus der Familie der Angeloi an ihren Gatten, dem Stauferkönig Manfred von Sizilien übergeben.

Doch bereits in den 1330er Jahren rückten die Serben südwärts vor und eroberten Albanien und Nordgriechenland. Butrint kam 1318 bis 1340 an die Familie Orsini, deren albanischer Zweig sich an Venedig hielt, das hier mit Unterbrechungen bis ins Jahr 1797 einen Stützpunkt unterhielt. Der Rest der Region wurde von den Osmanen besetzt. Soweit zum geschichtlichen Rückblick.

Am Ende der geführten Besichtigung hatten wir noch etwas Zeit um durch die alte Stadt bis ans Meer zu bummeln.

Nach der Besichtigung von Butrint besuchten wir einen bäuerlichen Betrieb, saßen mitten zwischen Orangen und Zitronenbäumen und durften uns an einem Buffet mit albanischen Leckereien bedienen.

Danach fuhren wir zurück ins Hotel.

Der nächste Tag hatte ein entspanntes Programm. Wir fuhren an der Küste entlang und hatten einen ersten Stopp an der Halbinsel von Porto Palermo und der Festung von Ali Pascha.

Danach wurde es unerfreulich. Die lt. Programm „Besichtigung der Olivenfarm“ war ein ziemlicher Reinfall. Im Gegensatz zu der wunderbaren Orangenfarm, die wir gestern besuchten, ging es bei der Olivenverarbeitung sehr voll und touristisch zu. Vor uns ein voller Reisebus, sodass wir 20 Minuten warten mussten, um dann mit dem nächsten vollen Reisebus in die Verarbeitungshalle eintreten zu können. Es gibt keine Bilder, denn es gab nichts, was ich interessant fand. Für den vollen Reisebus vor uns und den vollen Reisebus nach uns und uns zwölf gab es eine einzige Toilette und insgesamt drei Stühle um dem Vortrag des Betriebsleiters zu lauschen. Nichts, was ich wiederholen möchte.

Wir fuhren weiter in den Llogara-Nationalpark und machten einen leichten Spaziergang den Berg hinauf.

Weiter ging es in unserem kleinen Bus zu einem Lokal in dem laut Programm „Kaffee und Kuchen“ auf uns warten sollten. Es kam aber stattdessen Yoghurt mit Honig und Walnüssen, was auch lecker war, allerdings vom Erwarteten etwas abwich. Die von dort angebotene Wanderung machte ich nur bis zur Hälfte mit, weil mir der Weg zu steil und uneben war. Astrid ging hinauf und kam mit einigen Bildern wieder herunter.

Dann fuhren wir weiter ins Mazarine Hotel, wo wir in der Abendsonne ein sehr gutes Abendessen hatten, mit dem wir den Tag ausklingen ließen. Auf dem Bild sind nicht die bestellte Suppe und der Hauptgang zu sehen, sondern die Reste eines freundlichen "Grußes des Hotels", weil die bestellte Fischsuppe frisch zubereitet wurde und sich die Lieferung an unseren Tisch etwas hinzog. 

Mehr Bilder gibt es hier:

 

 


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