Dirk´s Fotoblog,

oder wie ich lernte, die Botschaft um ihrer willen zu schreiben.

Wie weit ist es bis Gorgonzola?

Der Gutschein für das Hotel Pfalzblick in Dahn schlummerte schon über eineinhalb Jahren zu Hause in einer Schublade. Astrid hatte ihn zur Verabschiedung aus dem Berufsleben bekommen; Kolleginnen und Kollegen hatten gesammelt. Aber wie das so ist, wenn man nicht mehr arbeiten muss...Zeit, um ihn einzulösen, war bisher keine über gewesen. Jetzt aber war es um den Gutschein geschehen, denn Astrid hatte uns für drei Nächte im Hotel Pfalzblick eingebucht. Wir brauchten ungefähr eine Stunde Fahrtzeit bis in die Südpfalz und waren angenehm überrascht. Wir hatten ein großes Zimmer mit einer noch größeren Terrasse davor. Es fing schon mal gut an.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, probierten wir die Sauna im Haupthaus aus und da dort wenig Betrieb war konnten wir sehr gut entspannen.

Am nächsten Vormittag entschieden wir uns für eine Wanderung zu den drei nahegelegenen Burgruinen. Der Einstieg in den Wanderweg aus Dahn heraus sollte einfach zu finden sein, stand auf der Infotafel. Wir fanden ihn auch genauso einfach und wussten aber nach 5 Metern nicht mehr weiter, weil der Weg schon direkt wieder vor einer Wiese endete. Des Rätsels Lösung ergab sich dann aus einer Lücke in der Hecke dreißig Meter oberhalb. Ab dort gab es wieder Schilder, die uns durch den Wald führten. Schon bald standen wir vor dem ersten Felsen.

Die Felsen im Dahner Felsenland sind vor rund 250 Millionen Jahren entstanden, hauptsächlich aus Buntsandstein, der in der geologischen Zeit des Perms und Trias abgelagert wurde. Diese Sandsteinformationen entstanden durch Ablagerungen von Sand und anderen Sedimenten in einem flachen Meer oder Flussdelta, die im Laufe der Zeit verfestigt wurden. Die charakteristischen bizarren Felsformationen, entstanden durch Erosion. Wind, Wetter und Wasser haben über Millionen von Jahren das Gestein abgetragen und dabei die markanten, oft fladenartigen und bizarren Formen geformt.

Unterwegs ergab sich durch einen kleinen Abstecher vom direkten Weg eine sehr schöne Aussicht über die benachbarten Täler. Wir stellten erstaunt fest, wie anders der Pfälzer Wald hier aussieht im Gegensatz zur Mittelhaardt bei uns. 

Danach wanderten wir weiter bergauf, den Burgen entgegen. Die Stadt Dahn ist bekannt für ihre beeindruckende Burgengruppe, bestehend aus den drei Burgruinen Alt-Dahn, Grafendahn und Tanstein. Diese drei bilden zusammen ein faszinierendes Ensemble, das Geschichte, Architektur und Natur auf einzigartige Weise verbindet. Diese Burgen sind nicht nur bedeutende historische Monumente, sondern auch beliebte Ausflugsziele für Wanderer wie uns und nur begrenzt schwierig zu besteigen

Sie sind Zeugnisse der mittelalterlichen Vergangenheit der Region und bieten Besuchern spannende Einblicke in das Leben und die Verteidigungstechniken jener Zeit. Wir liefen zwischen den verschiedenen Burgen herum und manchmal bestieg auch eine von uns beiden das alte Gemäuer. Astrid ist hier gerade oben auf Burg Tanstein.

Der andere von uns beiden musste natürlich unten bleiben um das Foto zu machen. Ich stand also am Fuß von Burg Grafendahn genau vor dem verwitterten Sandsteinsockel, den ich auf dem nächsten Bild zeige. Nicht etwa, dass es mir zu mühsam war, dort selbst hoch zusteigen; nein natürlich hat es rein fotografische Gründe. Hinzu kam, dass ich durch die gefährlichste aller Krankheiten leicht geschwächt war. Ich hatte schon seit einigen Tagen Männerschnupfen. 

Danach stiegen wir wieder ab, denn unsere Zeit war zwar eigentlich nicht beschränkt, aber in der Mittagszeit gab es im Hotel die Verwöhnpension mit einem herzhaften Imbiss oder Kaffee und Kuchen. Und das wollten wir auf keinen Fall verpassen. Den späteren Nachmittag verbrachten wir auf der Saunainsel. Dieser Teil des Saunabereiches darf erst ab 16 Jahren betreten werden und ist über den Garten erreichbar.

Am nächsten Tag fuhren wir ein Stück mit dem Auto bis nach Hinterweidenthal, denn wir wollten zum sog. Teufelstisch. Er ist eines der markantesten Naturdenkmäler im Pfälzerwald. Es handelt sich um einen etwa 14 Meter hohen Pilzfelsen, dessen Form an einen Tisch erinnert. Die große, flache "Tischplatte" des Felsens ruht auf einem vergleichsweise schmalen, filigranen "Fuß", was ihm sein charakteristisches Aussehen verleiht.
Der Teufelstisch ist ein eindrucksvolles Beispiel für die natürliche Erosion und Verwitterung, die im Dahner Felsenland und im gesamten Pfälzerwald die Landschaft prägt. Ich hatte das Gefühl, besser nicht zu husten oder fest aufzutreten, solange Astrid darunter stand, aber tatsächlich schien der Tisch doch sehr robust gelagert zu sein. 

Wir wanderten noch ein Stück weiter an anderen bizarren Steingebilden vorbei, bis der Weg nicht mehr weiter ging und wir umdrehen mussten und ins Hotel zurückfuhren. Das Bild oben zeigt die Stelle, wo der Weg endet.

Heute war das Wetter etwas besser als gestern, sodass wir uns nach der Mittagspause ins Freie wagten und den Nachmittag auf der Saunainsel verbrachten. Von unserer Sonnenliege ergab sich der Blick auf die gegenüberliegende Hotellandschaft.

Am nächsten Morgen endete unser Kurzurlaub und wir fuhren zurück in die Vorderpfalz. Unterwegs hielten wir in Annweiler am Trifels, bummelten durch den Ort und fanden diese Schilder, die zum Titel dieses Blogeintrags führten. Also…von Annweiler aus sind es 594 Kilometer bis Gorgonzola (nordöstlich von Mailand gelegen). Falls diese wichtige Information mal irgendwann von irgendwem benötigt wird, hier steht sie nun geschrieben.

Mehr Bilder gibt es hier:

 


Eine Etage tiefer

Wie das so ist bei Ideen, sie schleichen sich einfach ins Denken hinein. So ging es auch mit der Idee mal wieder an die Ahr zu fahren. Seit 2010 waren wir regelmäßig in jedem Jahr einige Tage über Pfingsten dort und ab und zu auch zu einem Tagesausflug. Im vergangenen Jahr war es jedoch ausgefallen, weil wir mit dem Umzug und seinen Folgen beschäftigt waren. Da wir diesmal nicht ein Jahr vorher gebucht hatten, sondern uns erst sehr kurzfristig entschieden hatten, war die Auswahl an Terminen beschränkt und die übliche Wohnung war auch nicht mehr frei. Aber diejenige in der Etage darunter war buchbar, also los, wir nehmen die untere der drei Wohnungen. So sieht es aus, wenn man dort aus dem separaten Eingang vor die Tür tritt.

Am ersten Abend fuhren wir mit der Bahn (die seit einigen Monaten wieder durchs Ahrtal fährt) nach Ahrweiler und bummelten zum italienischen Restaurant La Perla, denn dort hatten wir das Menü „Probier mal Ahrtal“ gebucht. Ein Prospekt über diese Aktion unter Beteiligung vieler Restaurants hatte die eingangs beschriebe Idee bei Astrid erst ins Rollen gebracht und dann auch mich überzeugt. In Ahrweiler waren wir zunächst entsetzt darüber, dass die Niederhutstraße aufgerissen war. Eine Projektförderung ließ jetzt mit dieser Maßnahme die letzten Flutschäden verschwinden. Im Lokal erhielten wir einen Tisch mit freier Aussicht in die Baustelle. Hatten wir auch noch nicht.

Das dreigängige Menü war sehr gut und als wir danach zum Bahnhof gingen, waren wir gespannt, wie wir in die Ferienwohnung zurückkommen würden. Eigentlich sollte es ja kein Problem sein, denn die Ahrtalbahn fuhr ja wieder. Allerdings hatte die Bahn in der Fahrplanauskunft die Verbindungen ab 20 Uhr gestrichen und durch Busse ersetzt. An der Haltestelle kam jedoch kein Bus, sodass wir entschieden zu Fuß nach Dernau zu laufen. Auf halbem Weg (wer sich auskennt, ungefähr bei der „bunten Kuh“) fuhr der verspätete große Gelenkbus hellerleuchtet an uns vorbei. Und drei Minuten später derjenige Bus, der 30 Minuten später fahren sollte. Wir haben dann zu Fuß etwa 70 Minuten bis in die Ferienwohnung gebraucht.

Am nächsten Tag wanderten wir auf dem Rotweinwanderweg von Dernau nach Mayschoss.

Den Weg waren wir schon sehr oft gewandert, eigentlich bei jedem Urlaub an der Ahr. Zwei Dinge waren allerdings anders als bei unseren Aufenthalten über Pfingsten. Zum einen war „nix los“. Wir waren lange Strecken alleine unterwegs, was schöner war, als wenn wir uns die Strecke mit vielen und teilnehmerstarken Wandergruppen teilen mussten. Allerdings gab es auch eine negative Entwicklung. Auf dem Teilstück zwischen Rech und Mayschoß warnte uns ein Hinweisschild, dass es sich um einen nicht ausgebauten Bergpfad handelte.

Kurz vor der Stelle, an der das obigen Bild entstand, wurde klar warum. Der an sich schon schmale Weg war zur Hälfte seiner Breite abgesackt und den steilen Hang hinuntergerutscht. Wenn man sich vom obigen Bild die linke Hälfte des Weges wegdenkt, kommt es ungefähr hin. Natürlich ist der Weg immer noch begehbar, allerdings denke ich an die weinseligen Wandergruppen, die im Herbst hier durchlaufen. Hoffentlich wird der Weg bis dahin instandgesetzt.

Als wir weiterliefen, sahen wir auf der gegenüberliegenden Seite die Saffenburg und stellten fest, dass anscheinend die Wanderhütte ein neues Vordach über einem Teil der an sich freistehenden Bänke erhalten hatte. Das würden wir uns übermorgen mal genauer ansehen. 

In Mayschoss war die Vinothek der Winzergenossenschaft Mayschoss geöffnet. Unsere Weinbestellung wurde von einem Mitarbeiter an den Außentisch geliefert und er hatte auch Zeit für ein Schwätzchen. Die Winzergenossenschaft Mayschoss wurde im Jahr 1868 gegründet und gilt als die erste Winzergenossenschaft der Welt – ein Meilenstein in der Geschichte des genossenschaftlichen Weinbaus. Die Winzergenossenschaft wurde ursprünglich unter dem Namen „Winzerverein Mayschoß an der Ahr“ ins Leben gerufen. Die Gründung erfolgte in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit für die Winzer der Region. Mitte des 19. Jahrhunderts standen die Ahr-Weine vor großen Herausforderungen, unter anderem durch neue Zollverträge und den zunehmenden Wettbewerb auf dem Weinmarkt. Um diesen Schwierigkeiten gemeinsam zu begegnen, schlossen sich die Winzer in Mayschoss zusammen. Bereits wenige Jahre nach der Gründung wuchs die Genossenschaft schnell. So zählte man 1881 bereits 141 Mitglieder. Die Winzer begannen, ihre Weinberge gemeinschaftlich zu bewirtschaften und die Produktion zu koordinieren, um die Qualität und den Absatz ihrer Weine zu verbessern. Im Jahr 1982 fusionierte die Winzergenossenschaft Mayschoss mit der Winzergenossenschaft Altenahr. Seitdem firmiert sie unter dem Namen Winzergenossenschaft Mayschoss-Altenahr. Na dann, zum Wohl!

Am nächsten Morgen klopfte es schon recht früh an der Tür und dort stand dann unsere Vermieterin. Es täte ihr leid uns zu stören, aber ob wir vielleicht unser Auto in der Einfahrt unterhalb unserer Wohnung von links nach rechts umsetzten könnten, fragte sie an. Der Grund dafür war, dass die Arbeiten an der neuen „Nahwärmeversorgung“ von Dernau anscheinend schneller abliefen, als geplant sodass der Hauszugang schon heute und nicht erst Montag (nach unserer Abreise) gegraben werden sollte. Eigentlich kein Problem, dachten wir. Ich setzte das Auto auf die andere Seite der Auffahrt und wir frühstückten weiter. Um 9 Uhr brachte der Blick vom Balkon folgendes Bild. Unser Auto war umzingelt.

Heute wollten wir nach Bad Neuenahr und hatten schon am Vorabend überlegt, mit der Ahrtalbahn zu fahren. Das Gästeticket erlaubte die freie Fahrt und seit der neuen Haltestelle mitten in Dernau hatte sich der Weg zur Bahn halbiert. Nun war es klar, das Auto blieb heute stehen.

Beim Bummel durch Bad Neuenahr stellten wir fest, dass der Wiederaufbau in der Innenstadt seit zwei Jahren große Fortschritte gemacht hatte. Viele Geschäfte hatten wieder geöffnet und es sah schon fast wie früher aus. Das Kurhaus befindet sich direkt an der Ahr und hatte durch die Flut schwere Schäden davon getragen sodass umfangreiche Sanierungsarbeiten notwendig wurden.

Im Zuge der Restaurierung hat das Kurhaus seine ursprüngliche weiße Fassadenfarbe verloren und wurde in einem hellen Braunton neu gestrichen. Diese Farbänderung ist Teil der Sanierungsmaßnahmen und sorgt für einen frischen, aber dennoch historischen Eindruck.

Ein Blick in die Martin-Luther-Kirche zeigte aber auch, dass es noch viel zu tun gibt, denn leider wurde die Martin-Luther-Kirche bei der Flutkatastrophe im Juli 2021 stark beschädigt und ist seitdem nicht nutzbar. Der Wiederaufbau der Kirche ist im Gange, befindet sich jedoch noch im Rohbauzustand, auch viereinhalb Jahre nach der Flut. Ein konkretes Fertigstellungsdatum liegt bisher nicht vor.

Während der Sanierungsphase finden die Hauptgottesdienste der Gemeinde an anderen Orten statt. Die Gemeinde bemüht sich um den Erhalt und die Wiederherstellung der Kirche, um sie bald wieder als geistliches und kulturelles Zentrum nutzen zu können.

Wir beschlossen den Besuch in der Bäderstadt mit einem freundlichen Kaffeetrinken in einer von uns – besonders wegen des guten Kaffees – geschätzten Lokalität. Warum so viel zu essen auf dem Tisch steht, lässt sich jetzt nicht mehr ermitteln. Wir waren eigentlich nur wegen des guten Kaffees hineingegangen.

Abends hatte Astrid für uns im Hofgarten reserviert. 5 Minuten zu Fuß von unserer Wohnung aus. Das war sehr praktisch. Das Essen war gut, die Weinpreise...sagen wir mal ambitioniert und ungewohnt, wenn man - wir wir seit 16 Monaten - aus der Pfalz kommt. Aber auch das war ein schöner Abend.

Am nächsten Tag wollten wir auf der dunklen Seite (dem Ahrsteig) bis zur Saffenburg laufen. Auch dies Strecke kannten wir gut und hatten die Hoffnung, dass der Weg mittlerweile wieder passierbar wäre. Wir wurde jedoch enttäuscht, denn nach 15 Minuten Wanderzeit warnte uns ein Schild, das der Weg unterbrochen sei. Wir drehten um und liefen mitten in einen kräftigen Regenguss hinein. Bis wir uns unterstellen konnten, waren wir schon kräftig nass geworden. So liefen wir an der Straße entlang nach Rech und von dort zur Saffenburg hoch. Das neue Dach an der Schutzhütte war sehr schön geworden. Leider hatte es mittlerweile aufgehört zu regnen, sonst hätten wir es noch viel besser nutzen können. J

Wir packten unsere mitgenommenen Brote aus und freuten uns, dass der Weinautomat funktionierte.

Ich war beim obigen Foto so angestrengt damit beschäftigt zu lächeln (was immer gewünscht wird), dass ich die Augen zugekniffen habe. Und gemerkt haben wir das erst zu Hause, aber da war es zu spät.

Astrid ist als Frau ja multitaskingfähig.

Sie kann also lächeln und gleichzeitig die Augen aufhalten, was auf dem obigen Bild bewiesen wird. Und auch noch ein Weinglas halten!

Als letztes Bild zeige ich noch ein Panorama von Mayschoss, dass von der Schutzhütte aus entstanden ist. Und ich erlaube mir den Hinweis, dass ich bei diesem Kurzurlaub meine Kamera nicht mitgenommen habe und die Bilder alle mit Astrids Iphone entstanden sind und (bis auf diejenigen, die sie selbst zeigt) auch von ihr aufgenommen wurden.

Am nächsten Morgen fuhren wir schon wieder nach Hause.

Ein paar mehr Bilder gibt es hier:

 

 

 

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