Dirk´s Fotoblog,

oder wie ich lernte, die Botschaft um ihrer willen zu schreiben.

Von freiem Eintritt und einer langen Leitung

Heute war tatsächlich schon der vorletzte Tag unserer Reise und auf dem heutigen Programm standen zunächst die Schlossgärten von La Granja und später dann die Provinzhauptstadt Segovia. Beim leichten Anstieg zur Residenz liefen wir zunächst auf die Schlosskapelle zu.

Bevor wir allerdings hineingehen konnten, gab es ein gewisses administratives Problem. Unser Besuchstag war ein Sonntag, an dem in Spanien viele Museen einen kostenlosen Eintritt anbieten. Schloss La Granja dient heute als Museum, in dem umfangreiche Kunstschätze der spanischen Könige zur Schau gestellt werden. Die Schlosskapelle gehört zum Schlossensemble und ist vom freien Eintritt erfasst.

Was unser Reiseleiter jedoch nicht wusste, war, dass wir trotzdem ein (an dem Tag kostenloses) Ticket benötigten, um damit die Schlosskapelle betreten zu dürfen. Als er dann für die ganze Busladung die Tickets besorgt hatte, ging es hinein. Und ich möchte hier (nach der ganzen Aufregung) noch einen Blick auf die wunderbare Decke der Kapelle zeigen.

Danach gingen wir in den Schlossgarten, der von der Schlossverwaltung ein wenig überschwänglich als spanisches Versailles bezeichnet wird. Das ist recht hoch gegriffen, aber hübsch anzusehen waren die Gärten tatsächlich.

Das Königliche Schloss La Granja de San Ildefonso ist eine ehemalige Sommerresidenz der spanischen Könige. Anfangs wurde ein einfaches vierflügeliges Schloss um den ehemaligen Kreuzgang des Klosters errichtet, das durch Teodoro Adremáns ausgeführt wurde. In dieses Hauptgebäude wurde die künftige Schlosskirche rückwärts zum Corps de Logis integriert, sodass sie die gegenseitige Fassade zur Gartenseite bildete. Vom Garten aus blicken wir genau auf diese Fassade der Kapelle.

Wir hatten ausreichend Zeit, um durch den Garten zu schlendern, und auch ausreichend Gelegenheit um uns auf einer der vielen Bänke zu sonnen. Das Wetter war auch heute wieder auf unserer Seite. 

Dann fuhren wir weiter nach Segovia, einer historischen Stadt nordwestlich von Madrid. Das vielfältige architektonische Erbe aus zahlreichen Jahrhunderten umfasst mittelalterliche Stadtmauern, romanische Kirchen, einen ehemaligen Königspalast und eine gotische Kathedrale. Das berühmte römische Aquädukt erhebt sich mitten in der Stadt. Wir hielten mit unserem Bus direkt davor.

Das Aquädukt im Osten der Altstadt ist am höchsten Punkt ca. 28 m hoch und 728 m lang. Er hat 118 Bögen und stammt aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr. Es versorgte bis 1974 die Stadt mit Wasser aus dem über 18 km weit entfernten Fluss Río Frío. Eine wirklich lange Leitung.

Zunächst schlenderten wir alleine durch die Altstadt und suchten uns ein Lokal für eine Mittagspause. Später sammelten wir uns wieder alle unter dem Viadukt und gingen als Gruppe zur Kathedrale.

Die spätgotische Kathedrale wurde auf Anordnung Kaiser Karls V. in den Jahren von 1525 bis 1577 errichtet. Die 67 m überspannende Vierungskuppel und der 88 m hohe schlanke Turm stammen in ihrer heutigen Form aus dem 17. Jahrhundert. Vorgänger der heutigen Kathedrale war ein zur Zeit der Wiederbevölkerung Segovias unter Alfons VII. um 1140 begonnener Kirchenbau. Diese Marienkirche zeichnete sich als ein Baukomplex verschiedener Stilepochen aus.

In der Kathedrale befinden sich etliche Ausstattungsgegenstände der ersten Kathedrale, insbesondere in den Seitenkapellen, die links und rechts an die Seitenschiffe anschließen. Hier finden sich bedeutende Malereien flämischer Maler aus dem 16. Jahrhundert sowie einige Gemälde des Malers Ignacio de Ries aus Sevilla.

Im Chorbereich gegenüber dem Chorraum befindet sich ein Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert und in der Mitte ein Chorpult von Vasco de la Zarza. Die beiden Gitter des Chorbereichs und des gegenüber liegenden Chorraumes wurden 1733 von dem Künstler Elorza in Elgoibar geschmiedet.

Während der Bauzeit wurde der gotische Kreuzgang der alten Kathedrale aus dem 15. Jahrhundert abgetragen und an der neuen Kathedrale wiedererrichtet. Er zeichnet sich heute durch seine freundliche Helligkeit aus.

Wir verließen die Kathedrale und schlenderten weiter zum Alcazar. Diese Burganlage im Westen der Altstadt ist eine der Hauptsehenswürdigkeiten der Stadt und zählt zu den bekanntesten Burgen in Spanien. Der Baubeginn wird auf das 11. Jahrhundert datiert, nachdem die Christen im Zuge der Reconquista die Kontrolle über Segovia erlangt hatten. Der Bauherr war Alfons VI. Die Burg wurde auf einem schmalen Bergrücken zwischen den Flüssen Eresma und Clamores errichtet.

Das Innere des Alcázar ist ebenso fesselnd wie sein Äußeres. Er beherbergt mehrere Räume, von denen jeder ein eigenes Thema hat, das verschiedene Epochen der Geschichte widerspiegelt.

Der Saal der Könige besticht durch seinen beeindruckenden Steinfries mit den Statuen von 52 Monarchen, angefangen bei König Pelagius bis hin zu Juana la Loca.

Vom opulenten Thronsaal, der mit Wandteppichen geschmückt ist, die Eroberungen darstellen, bis zum Ankleidezimmer von Königin Isabella, das im Mudéjar-Stil dekoriert ist, hat jede Ecke eine Geschichte zu erzählen. 

Die Geschichte des Alcázar reicht dokumentiert bis ins frühe 12. Jahrhundert zurück.  Seine Ursprünge könnten jedoch noch weiter zurückliegen, da römische Fundamente darauf hinweisen, dass der Ort ursprünglich ein römisches Fort war. An verschiedenen Stellen gab es Austritte auf Balkone oder Ausblicke aus dem mächtigen Gemäuer in die umgebende Landschaft, die diese Vermutung wegen der beherrschenden Lage des Hügels unterstützt.

Unser vorletzter Reisetag endete wieder in unserem Hotel und am nächsten Tag packten wir die Koffer in den Reisebus. Da unser Flieger allerdings erst am Abend abhob, war noch Zeit für weitere Besichtigungen. Ein Besuch des Museum Reina Sofia stand auf dem Programm, was mich nur mit gedämpfter Begeisterung erfüllte. Von der großen Auswahl an moderner Kunst möchte ich nur Guernica von Pablo Picasso zeigen, das Astrid aufnahm.


Auf dem Weg zum Flugplatz machten wir noch Halt in Alcala de Henares. Im ersten Jahrhundert nach Christus gründeten die Römer im Tal des Henares eine Siedlung, der sie den Namen Complutum gaben. Die Stadt erblühte, weil sie an der Straße zwischen Mérida und Saragossa einen wichtigen Wegpunkt darstellte, und zählte über 10.000 Einwohner. Heute ist sie bekannt, weil sie die Geburtsstadt des Schriftstellers Miguel de Cervantes ist. Sein berühmtestes Werk wird in der Stadt durch eine Skulptur geehrt, die zum dazu setzen einlud.

Dann fuhren wir zum Flughafen und flogen nach Düsseldorf. Von dort ging es zum Betriebshof, wo wir übernachteten und am nächsten Tag nach Hause.

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Eine beeindruckende Stadtmauer

Unser heutiger Ausflug brachte uns nach Ávila, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der spanischen Region Kastilien-León. Zusammen mit Toledo und Segovia (da fahren wir morgen hin) gehört die Stadt zu den drei historischen Zentren in der Umgebung der spanischen Hauptstadt. Seit 1985 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Wir hielten mit dem Bus außerhalb der Stadt, um die gewaltigen Stadtmauern anzusehen. Leider stand die Sonne genau gegenüber und zu fotografieren erschien sinnlos. Deshalb sind wir nach der Besichtigung noch einmal an die gleiche Stelle gefahren, diesmal mit der Sonne im Rücken. Das folgende Bild ist bei diesem zweiten Stopp entstanden.

Unsere Stadtführung begann in der Basilika San Vincente. Die Basilika wurde außerhalb des Festungswalls der Stadt erbaut. Ihre Gründung geht auf das 11. Jh. zurück und sie ist San Vicente und seinen Schwestern Cristeta und Sabina gewidmet. Der Bau wurde im romanischen Stil begonnen und endete zweihundert Jahre später im Sinne der Ideale der Gotik. Leider bedeckte ein Baugerüst einen Teil des Bauwerkes.

Im Inneren der Basilika ist der Hauptaltar ein barockes Meisterwerk aus vergoldetem Holz mit solomonischen Säulen, das eine zentrale Figur des San Vicente zeigt, flankiert von seinen Schwestern. Das Schmiedeeisenwerk gilt als das feinste in Ávila und befindet sich derzeit in der Nähe des Abstiegs zur Krypta.

Das bemerkenswerteste Element im Inneren von San Vicente ist das Ehrenmal der Märtyrerheiligen Vicente, Sabina und Cristeta. Dieses mehrfarbige Steindenkmal ist eines der besten Beispiele romanischer Skulptur in Spanien.

Das Grabmahl der drei Martyrer in der Basilika beschreibt in fünf Flachreliefs die Geschichte des Martyriums, wie sie uns die Tradition überliefert hat. Den Bericht über das Martyrium der drei Geschwister ist schon in den ersten Jahrhunderten finden und hat seitdem immer seinen Platz in den verschiedenen Überlieferungen über die Heiligen im Laufe der Kirchengeschichte.

Danach betraten wir die Stadt und liefen als Gruppe durch die Gassen. Da die Stadt auf einem Hügel gebaut ist, hatten wir immer wieder interessante Ausblicke auf die Umgebung.

Kurz vor der Mittagspause war noch ein bisschen Zeit und wir schauten uns das Kloster Santa Theresa an. Das 1636 eingeweihte Kloster nimmt die Stelle des Geburtshauses der hl. Teresa von Ávila ein und wurde von Fray Alonso de San José entworfen. Das architektonische Design der Iglesia-convento de Santa Teresa ist ein Beispiel des spanischen Barockstils, geprägt von Einfachheit und Eleganz. Die Fassade der Kirche, obwohl schlicht, weist detaillierte Verzierungen auf, die auf die sich entwickelnden künstlerischen Trends des frühen 17. Jahrhunderts hinweisen. Der dreifache Arkadeneingang, ein Designelement, das vom nahegelegenen Convento de San José übernommen wurde, lädt Besucher in einen Raum ein, in dem Geschichte und Spiritualität aufeinandertreffen.
Im Inneren folgt die Kirche den architektonischen Prinzipien der Karmeliten mit einem einzigen Kirchenschiff und seitlichen Kapellen. Anders als bei jesuitischen Entwürfen sind diese Kapellen nicht miteinander verbunden, was ein einzigartiges räumliches Erlebnis schafft. Der Hauptaltar ist mit einem beeindruckenden Altarbild aus der Mitte des 17. Jahrhunderts geschmückt.

Höhepunkt des heutigen Tages war (wenn man das Mittagessen mit etwas Wein mal nicht in die Wertung einbezieht), die Kathedrale von Avila. Die Kathedrale ist ein beeindruckendes Zeugnis der reichen Geschichte und architektonischen Meisterleistung des mittelalterlichen Spaniens. Eingebettet in die befestigten Mauern von Ávila, dient diese Kathedrale nicht nur als Ort des Gebets, sondern auch als Festung, die das Heilige und das Verteidigende auf einzigartige Weise verbindet.

Das Äußere der Kathedrale ist streng und befestigt, ein scharfer Kontrast zur Leichtigkeit und Eleganz ihres gotischen Inneren. Der Eingang, geschmückt mit Medaillons und Blumendekorationen, gibt einen Vorgeschmack auf den künstlerischen und architektonischen Glanz im Inneren.

Das Innere der Kathedrale von Ávila verbindet auf beeindruckende Art Kunst und Architektur. Die zahlreichen Kapellen der Kathedrale bieten einen Einblick in das künstlerische und spirituelle Leben des mittelalterlichen Spaniens.

Besonders bemerkenswert ist die Capilla Mayor, oder Hauptkapelle, mit ihrem exquisiten Altarbild, geschaffen von dem berühmten Maler Pedro Berruguete. Dieses Meisterwerk, das Szenen aus dem Leben Christi und verschiedener Heiliger darstellt, zeugt von der Fertigkeit und Kreativität der Künstler, die an der Kathedrale arbeiteten.

Das Chorgestühl der Kathedrale ist ein überbordend verzierter Teil des Chores mit einem Kapellenkranz, der als eine der Höhepunkte des Bauwerks gilt. Es befindet sich in der Hauptkapelle, die zusätzlich durch ein prächtiges Retabel von Vasco de la Zarza mit Gemälden von Berruguete und Juan de Borgoña geschmückt wird.

Wie immer lohnt auch hier vor dem Verlassen ein Blick nach oben zu den Glasfenstern, die aus dem 15. Jahrhundert stammen.

Wir verließen die Kathedrale und gingen zum Treffpunkt zurück. Wir passierten wieder die Stadtmauer, die den Titel dieses Blogeintrags begründete. Die komplett erhaltene romanische Stadtmauer ist das bekannteste Bauwerk der Stadt. Sie ist ca. 2500 m lang, gebaut vom dem 11. bis 14. Jahrhundert hat 88 Türme und neun Stadttore.

Unser letzter Programmpunkt an diesem Tag war das etwas außerhalb gelegen Kloster Santo Tomas. Wir machten einen kurzen Stopp und schauten uns das Kloster an.

Es wurde Ende des 15. Jahrhunderts gebaut und besitzt drei schöne Kreuzgänge, unter denen besonders das der Könige hervorsticht.

Danach fuhren wir zurück ins Hotel. Am Abend gab es noch einen fakultativen Programmpunkt: Ein Besuch von Madrid zur Abendzeit. Reiseleiter und Fahrer hatten erkennbar darauf gehofft, dass sich Niemand dafür interessierte und auch sie am Abend frei hätten. Zwei Paare wollten jedoch mitfahren und so fuhr der große Bus vier Reisende nach Madrid und wieder zurück. Wir dagegen hatten nach dem Abendessen frei.

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